Informationen über bestehende Mobilitätsangebote und ihre Nutzung

Die Annahme und Nutzung von Mobilitätslösungen im ländlichen Raum hängt vielfach vom Informationsstand möglicher Nutzer sowie von subjektiven Barrieren im Zusammenhang mit der Nutzung bisher nicht genutzter Mobilitätsangebote ab.

Um den Informationsstand über bestehende Mobilitätsdienstleistungen zu verbessern und die Barrieren zu überwinden, gibt es zahlreiche Initiativen. In der Regel sind die Initiativen mit der örtlichen Verwaltung und politischen Vertretung verknüpft, um das gemeinsame Ziel der Erhöhung der Akzeptanz und Nutzung der bestehenden Mobilitätsangebote effektiver zu erreichen.

Neben den klassischen Informationsmöglichkeiten wie

  • Pläne
  • Prospekte
  • Flugblätter, Postwurfsendungen
  • Aushänge in Schaukästen
  • Beiträge in (Regional)Medien
  • Vereinsmitteilungen
  • Bürgerversammlungen u. dgl.

gewinnen auch individualisierte Informationskonzepte zunehmend an Bedeutung (Brög 2008, Link et al. 2013). Dabei wird auf die individuelle Situation der teilnehmenden Personen eingegangen. Die Teilnehmer bekommen konkrete und auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Mobilitätsangebote aufgezeigt und werden zur Nutzung dieser Alternativen ermutigt. Gegebenenfalls wird die konkrete Umsetzung auch begleitet, indem z.B. das Bedienen eines neuen Fahrscheinautomatens geübt wird. Die Vorteile der individualisierten Informationskonzepte gegenüber klassischen Informationskanälen im Mobilitätsbereich sind (Link et al. 2013):

  • Die Abhängigkeit der Wege von ihren Umgebungsbedingungen wird berücksichtigt;
  • Es werden den individuellen Bedürfnissen angepasste Lösungen aufgezeigt;
  • Durch aktives Ausprobieren werden Nutzungsrestriktionen abgebaut.

Individualisierte Informationskonzepte bergen zudem Potenzial, Mobilitätsroutinen zu durchbrechen und Alternativen zu erkennen.

In der Regel werden die zu informierenden Personen telefonisch kontaktiert. Dabei werden Daten zum persönlichen Mobilitätsverhalten wie auch zu soziodemographischen Fragestellungen erhoben. Darauf aufbauend werden die individualisierten Mobilitätsangebote zusammengestellt. Die zu informierende Person wird neuerlich kontaktiert und entweder postalisch oder persönlich über alle Mobilitätsalternativen informiert. Oft wird im Rahmen in einer Evaluierung die Nutzung der vorgestellten Mobilitätsangebote überprüft (Kreutzer 2009).

In Bezug auf die klassischen Informationsmöglichkeiten sei auf die zu diesem Thema umfangreiche Literatur und die im Rahmen des Projekts zusammengestellten Beispielen für gute und innovative nachfragestützte Mobilitätslösungen verweisen. Im Folgenden werden die Rahmenbedingungen für individualisierte Informationskonzepte näher betrachtet (Hössinger et al. 2011).

 

Strukturelle Rahmenbedingungen Mobilitätsangebote

Individualisierte Informationen erfordern die Kenntnis sämtlicher regionaler wie überregionaler, kommunaler, betrieblicher und privaten Mobilitätsangebote. Zu berücksichtigen sind auch die räumlichen und topographischen Gegebenheiten im Informationsgebiet. Wichtige Hinweise dazu geben in der Regel alle öffentlichen Stellen, die örtlichen Gewerbebetriebe und private Einrichtungen. Strukturelle Rahmenbedingungen Mobilitätsangebote weiterlesen

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Finanzielle Rahmenbedingungen Mobilitätsangebote

Die Kosten für individualisierte Informationskonzepte setzen sich aus einem fixen und einem variablen Anteil zusammen (Hössinger et al. 2011). Die Fixkosten enthalten folgende Kostenkomponenten: Finanzielle Rahmenbedingungen Mobilitätsangebote weiterlesen

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Organisatorische Rahmenbedingungen Mobilitätsangebote

Es gibt eine Vielzahl an Unternehmen, die auf die Entwicklung, Durchführung und Auswertung von individualisierten Informationskampagnen spezialisiert sind und über psychologische und unternehmerische Erfahrung auf dem Gebiet verfügen, Synergien nutzen und entsprechend geschultes Personal bereitstellen können. Organisatorische Rahmenbedingungen Mobilitätsangebote weiterlesen

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Rechtliche Rahmenbedingungen Mobilitätsangebot

Individualisierte Informationen stützen sich auf Daten zu den Mobilitätsbedürfnissen, den subjektiven Nutzungsanforderungen und dem Mobilitätsverhalten der Personen, die über konkrete, auf die Person zugeschnittene Mobilitätsangebote informiert werden sollen. Rechtliche Rahmenbedingungen Mobilitätsangebot weiterlesen

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Quellen:
Brög W. (2008): Förderung nachhaltiger Nahmobilität durch bewusstseinsbildende Maßnahmen. Aufgerufen am 3.3.2014 unter http://www.bmvit.gv.at/innovation/aktuell/downloadsaktuell/werner_broeg.pdf
Link, C.; Hössinger, R.; Raich, U.; Unbehaun, W. (2013): Not just the bus: an approach to extend dialogue marketing. Urban Transport 2013, Kos, May 29-31 2013
Hössinger R., Sammer G., Wurz-Hermann D. (2011): AMB Waldviertel-Linie – Aktive Mobil-itätsberatung für die Waldviertel-Linie, Forschungsbericht des Instituts für Verkehrswesen an der Universität für Bodenkultur Wien
Kreutzer, R. (2009): Praxisorientiertes Dialogmarketing: Konzepte – Instrumente – Fallbeispiele. Gabler Verlag, Wiesbaden